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Ratgeber 27. Januar 2026 · 6 Min. Lesezeit

Hyperhidrose: Wenn Schwitzen zur Belastung wird

Hyperhidrose: Wenn Schwitzen zur Belastung wird

Schwitzen ist normal und wichtig für die Temperaturregulation. Aber was, wenn die Schweißproduktion außer Kontrolle gerät? Hyperhidrose — übermäßiges Schwitzen — betrifft etwa 1-3% der Bevölkerung und kann die Lebensqualität massiv beeinträchtigen.

Was ist Hyperhidrose?

Hyperhidrose ist übermäßiges Schwitzen, das über die normale Temperaturregulation hinausgeht. Betroffene schwitzen:

  • Auch bei kühlen Temperaturen
  • Ohne körperliche Anstrengung
  • In Stresssituationen unverhältnismäßig stark
  • So stark, dass es den Alltag beeinträchtigt

Die primäre Hyperhidrose (ohne erkennbare Ursache) tritt meist lokal auf: Achseln, Hände, Füße oder Stirn. Sie beginnt oft in der Pubertät und begleitet Betroffene ein Leben lang.

Wie belastend ist Hyperhidrose?

Die Auswirkungen gehen weit über das physische Schwitzen hinaus:

  • Beruflich: Angst vor Händeschütteln, sichtbare Schweißflecken in Meetings
  • Sozial: Vermeidung von Umarmungen, Rückzug aus sozialen Situationen
  • Emotional: Scham, Unsicherheit, Angst vor der nächsten "Attacke"
  • Praktisch: Kleidungswahl eingeschränkt, mehrfaches Umziehen am Tag

Viele Betroffene haben jahrelang gelitten, bevor sie erfahren, dass es wirksame Behandlungsmöglichkeiten gibt.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Stufe 1: Antitranspirante

Spezialdeos mit Aluminiumchlorid können bei leichter Hyperhidrose helfen. Sie verstopfen vorübergehend die Schweißdrüsen. Nachteil: Können die Haut reizen und wirken bei starker Hyperhidrose oft nicht ausreichend.

Stufe 2: Medizinische Behandlung

Der gleiche Wirkstoff, der für Faltenbehandlungen eingesetzt wird, kann auch übermäßiges Schwitzen stoppen. Er blockiert die Nervenimpulse zu den Schweißdrüsen, sodass diese weniger Schweiß produzieren.

Vorteile:

  • Hohe Wirksamkeit (Reduktion um 80-90%)
  • Schnelle Wirkung (nach 3-7 Tagen)
  • Lang anhaltend (4-9 Monate)
  • Keine Ausfallzeit

Stufe 3: Weitere Optionen

Bei sehr schweren Fällen gibt es noch Iontophorese (Stromtherapie) oder — als letzter Ausweg — operative Verfahren. Diese sind aber selten nötig.

Wie läuft die Behandlung ab?

  1. Diagnose: Wir bestimmen die betroffenen Bereiche und die Intensität
  2. Jod-Stärke-Test: Macht die Schweißzonen sichtbar
  3. Betäubung: Betäubungscreme bei empfindlichen Stellen (Hände, Füße)
  4. Injektion: Viele kleine Injektionen im Raster über den betroffenen Bereich
  5. Nachkontrolle: Nach 2 Wochen prüfen wir das Ergebnis

Die Behandlung dauert etwa 30-45 Minuten je nach Bereich. Die meisten Patienten beschreiben es als gut auszuhalten — ein leichtes Piksen.

Welche Bereiche können behandelt werden?

  • Achseln: Der häufigste Behandlungsbereich, sehr gute Ergebnisse
  • Hände: Möglich, aber etwas aufwendiger wegen der vielen Nerven
  • Füße: Ähnlich wie Hände
  • Stirn: Besonders bei starkem Stirnschwitzen

Was kostet die Behandlung?

  • Achseln: ab 449 €
  • Hände: ab 549 €
  • Stirn: ab 349 €

Wichtig: Bei nachgewiesener schwerer Hyperhidrose übernehmen einige Krankenkassen die Kosten oder gewähren Zuschüsse. Sprechen Sie mich darauf an — ich helfe Ihnen bei der Antragstellung.

Ist es gefährlich, weniger zu schwitzen?

Eine berechtigte Frage, die ich oft höre. Die Antwort: Nein.

Der Körper hat genug andere Schweißdrüsen, um die Temperaturregulation aufrechtzuerhalten. Die behandelten Bereiche machen nur einen sehr kleinen Teil der gesamten Körperoberfläche aus. Sie werden nicht überhitzen.

Wie lange hält die Wirkung?

  • Achseln: 6-9 Monate, manchmal länger
  • Hände/Füße: 4-6 Monate
  • Stirn: 4-6 Monate

Viele Patienten berichten, dass die Wirkung mit jeder Behandlung etwas länger anhält. Nach einigen Jahren regelmäßiger Behandlung brauchen manche nur noch einmal jährlich eine Auffrischung.

Häufige Fragen

Wird das Schwitzen an anderen Stellen stärker?

Kompensatorisches Schwitzen ist selten und wenn, dann mild. Die meisten Patienten bemerken keine Veränderung an anderen Körperstellen.

Kann ich direkt danach Sport machen?

Wir empfehlen 24 Stunden Pause von intensivem Sport und Sauna. Normale Aktivitäten sind sofort möglich.

Ist die Behandlung dauerhaft?

Nein, die Wirkung lässt nach einigen Monaten nach. Für ein dauerhaftes Ergebnis sind regelmäßige Auffrischungen nötig.

Mein Rat

Wenn übermäßiges Schwitzen Ihren Alltag beeinträchtigt, leiden Sie nicht still. Hyperhidrose ist eine anerkannte Erkrankung — und es gibt wirksame Hilfe.

In einem Beratungsgespräch können wir Ihre Situation besprechen, die betroffenen Bereiche analysieren und den besten Behandlungsweg für Sie finden. Viele meiner Patienten sagen, die Behandlung habe ihr Leben verändert.

Dr. Felicitas Mrochen

Dr. Felicitas Mrochen

Ärztin für Ästhetische Medizin in München

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In einem persönlichen Gespräch beantworte ich gerne Ihre Fragen.

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